Politischer Druck und juristische Drohungen prägen den Konflikt zwischen dem US‑Präsidenten und der US‑Notenbank. Warum Trump mit seinem Eskalationskurs sein eigenes Ziel konterkariert.
US-Präsident Donald Trump verschärft seine Attacken gegen die US-Notenbank und droht FED-Chef Powell nun sogar mit einer Anklage. Dahinter steht vor allem sein politisches Ziel, die US-Zinsen um jeden Preis nach unten zu treiben – selbst entgegen ökonomischer Logik.
Die US-Zinskurve Ende 2025 verdeutlicht das zentrale Dilemma: Obwohl die FED 2025 die Leitzinsen mehrfach gesenkt hat, lagen die Zinsen für 30-jährige US-Anleihen mit 4,86% sogar über dem Vorjahresniveau. Dieses Bild ist mehr als eine Anomalie – und schafft für Donald Trump ein ernstes politisches Problem.
Was steckt dahinter?
• 30-Jahres-Hypotheken in den USA kosten noch immer über 6 % Zins – vor allem junge Familien und Erstkäufer spüren trotz FED-Lockerung kaum Entlastung.
• Dieses „Housing Affordability Problem“ belastet die Wählerstimmung – für die US-Regierung mit Blick auf die Midterm-Wahlen 2026 hochproblematisch.
Trumps Reaktion: Eskalation auf zwei Fronten
US-Präsident Donald Trump reagiert mit einer Eskalation auf gleich zwei Ebenen. Zum einen erhöht er den politischen Druck auf FED-Chef Powell und setzt zudem juristische Drohungen in Gang. Dieser Frontalangriff stellt die institutionelle Unabhängigkeit der Federal Reserve massiv infrage.
Zum anderen steht ein mögliches Kaufprogramm im Umfang von rund 200 Milliarden US Dollar durch die halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac im Raum – ein dreistes Manöver, um indirekt eine erzwungene Zinssenkung herbeizuführen.
Trumps Dilemma: Bittere Ironie
Je aggressiver die politische Einflussnahme, desto höhere Inflations-, Risiko- und Vertrauensprämien fordern die Märkte – speziell am langen Ende der Zinskurve.
Offene politische Manipulation führt also zu höheren Renditen – und Trumps unverhohlener Angriff auf die FED treibt genau die Zinsen nach oben, die er senken will.
